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Zur Zukunft der Kirche…

Wissenswertes von der Synode der Landeskirche in Frankfurt.

Zweimal im Jahr ruft die evangelische Kirche in Hessen und Nassau, der wir hier in der Oberzent auch angehören, zu einer Synode in Frankfurt auf. Dort treffen sich Vertreter aus den Gemeinden und Dekanaten, um die Belange der Landeskirche zu beraten. Auch aus unserem Dekanat Odenwald werden einige Vertreter auf diese Synode entsandt.

Seit einiger Zeit bereits wird auf diesen Synoden immer wieder über die Zukunft unserer Kirche gesprochen. Zurückgehende Kirchenmitgliederzahlen machen unserer Kirche zu schaffen. Dabei sind es nicht nur die Kirchenaustritte, sondern vor allem der demographische Wandel, der ins Gewicht fällt: Die Bevölkerung wird älter, die Zahl der Taufen geht zurück, während die Beerdigungen zunehmen. Und selbst wenn alle Neugeborenen getauft werden würden, würden die Kirchenmitgliederzahl dennoch fallen.

Vergleichszahlen aus anderen Landeskirchen sind alarmierend und wenig Mut machend. So musste die Badische Landeskirche einräumen, dass sie momentan kein verlässliches Konzept hat, wie sie den Kirchenhaushalt ab 2025 finanzieren will. Und auch in Hessen werden die Mittel immer knapper und die Haushalte von Jahr zu Jahr gekürzt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Gemeinden vor Ort: Auch in unserem Kirchspiel Beerfelden muss daher gespart werden, denn unser Haushalt ist schon seit Jahren kein Wunschkonzert mehr.

Hinzu kommt eine weitere Herausforderung, nämlich den Rückgang der Theologiestudenten und der jungen Pfarrer. So ist abzusehen, dass bis zum Jahre 2025 rund 60% aller Pfarrer und Pfarrerinnen in den Ruhestand gehen. Um diese Pensionierungswelle personell aufzufangen, müssten jährlich über 30 neue Pfarrer in unserer Landeskirche eingestellt werden. Dies ist allerdings utopisch: In den letzten Jahren waren es meist nur rund die Hälfte, selbst wenn alle Kandidaten genommen worden wären.

Das bedeutet viele unbesetzte, also vakante, Pfarrstellen: Wenn ein Pfarrer in Ruhestand geht, wird seine Pfarrstelle womöglich über Jahre unbesetzt bleiben. Die Auswahl der (geeigneten) Pfarrer wird zunehmend geringer. Ein gutes Verhältnis zwischen Kirchengemeinde und Pfarrern wird daher mehr und mehr zum Luxusgut und für die amtierenden Pfarrer, die nicht in Ruhestand sind, bedeutet dies, dass immer mehr Arbeit auf sie zukommt.

Vakanzvertretung in Güttersbach/Mossau

Uns in Beerfelden geht es also im Moment – Gott sei Dank! – diesbezüglich sehr gut: All unsere Pfarrstellen sind besetzt und in nächster Zeit steht voraussichtlich auch keine Vakanz in unserem Kirchspiel an. Das ist aber leider nicht überall in unserem Dekanat so: So wird die Pfarrstelle in Güttersbach/Mossau ab Pfingsten 2018 unbesetzt, da Pfarrerin Fricke in eine andere Gemeinde an der Bergstraße wechselt. Zwar beginnt die Neuausschreibung der Stelle unmittelbar nach Wegzug der Pfarrerin, allerdings ist in diesem Fall mit einer langen Vakanzzeit zu rechnen, die sich womöglich über einige Jahre hinzieht.

In dieser Zeit habe ich den Auftrag erhalten, dort vorerst die pfarramtliche Vertretung zu übernehmen.

Diese „Vakanzvertretung“ hat Auswirkungen auch für uns in Beerfelden: Zwar bleibe ich Ihr Pfarrer und mein Dienst in der Kirchengemeinde Beerfelden soll unter der Mehrbelastung nicht leiden. Dennoch ist abzusehen, dass ich natürlich auch Zeit und Kraft in Güttersbach/Mossau aufbringen muss, um dort die Kirchengemeinde pfarramtlich und seelsorgerlich zu begleiten. Ich bitte Sie also bereits jetzt um Verständnis, wenn ich einige Termine, die ich in Beerfelden gerne wahrgenommen hätte, aus Zeitgründen leider absagen oder verschieben muss.

Vorerst bleibt uns also nur, dafür zu beten, dass möglichst bald die Pfarrstelle in Güttersbach/Mossau neu besetzt werden kann. Dann kann ich meinem Dienst in Beerfelden wieder vollumfänglich nachkommen und die Gemeinde in Güttersbach/Mossau hat einen Pfarrer, der im Gemeindegebiet wohnt und vor Ort seinen Dienst wahrnehmen kann.

Herzliche Grüße,

Ihr Pfarrer Roland Bahre


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